Samstag, August 22

No Matter Where We Go - There is Nothing Waiting for Us EP



Band: No Matter Where We Go

Titel/Release: There is Nothing Waiting for Us/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Hardcore, Punk, Hardcore

FFO: The Tidal Sleep, FJØRT, Start a Fire, Always Wanted War

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Kurzinfo:

Musiker, die heutzutage noch fröhliche Musik fabrizieren, leben entweder in den falschen Verhältnissen, haben ihren Blick für die Realität verloren, sind hoffnungslose Optimisten oder schaffen es kompromisslos, die Musik vom Privatleben zu trennen. Auf die fünf Jungs von No Matter Where We Go trifft nichts davon zu. In dementsprechend düsteren Gefilden bewegt sich ihre Debüt-EP "There is Nothing Waiting for Us", die nach Angaben der Band u. A. von Jungbluth und FJØRT beeinflusst ist. Nichts für die eingängig-moshende Hater-Fraktion also, allerdings auch keine Musik, für die sich eine andauernde Schonhaltung auf der Couch anbietet. So ist das nunmal heutzutage im Hardcore, einem leichtlebigen Genre, das sich nicht mehr durch Riffs und Geshoute definiert, sondern vielmehr durch die apuristische Bereicherung aus anderen Musikbereichen. "Das nahende Dunkel", der Opener der EP, macht den Namen zum Programm und schleicht atmosphärisch-stoisch und bedrohlich durch die geraden Takte, wie ein aufziehender (Gefühls-)Sturm, bei dem es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis er sich zu einem Gewitter mit Hageleinschlag entlädt. Mit dem folgenden "Earthbound" schicken die Wuppertaler nicht nur den vielleicht schmissigsten Song ins Rennen, sondern einen, der dem prognostizierten Klischee unbekümmert und kalt den Rücken zuwendet. "Earthbound" ist näher am Post- bzw. Hardcore-Punk konzipiert, als am Hardcore an sich und schlängelt sich zum Ende hin durch fast schon jazziges Geplänkel hin zum fulminanten Finale, in dem das rauhe Geschreie und die heroisch-melancholischen Gitarren zu einer treibenden Melodie verschmelzen.
Dass "Trümmerfeld" wie eine schleppende Dampfwalze durch Postcore und Downtempo rumort und sich "Gegenlicht" unter- und "Profiund Emptiness" oberschwellig am Post-Rock laben, unterstreicht den post-modernen Hardcoregedanken der Band, der sich an einem inhaltichen Konzept rund um Themen wie religiöse und gesellschaftliche Beeinflussung und Zwänge krallt. Das beeinflusst keinesfalls den Fluss des Albums, denn die insgesamt sechs Songs (+ Xylofon-klimpernden Outro) können getrost für sich alleine stehen. Es zeigt aber auch, wohin ihre Reise gehen soll. Deshalb will ich es mal so formulieren: wären No Matter Where We Go eine Depressive-Dark-Hardcore-Band, wären sie wahrscheinlich nur belangloses Mittelmaß. Glücklicher Weise sind sie beides nicht.

DL There is Nothing Waiting for Us EP


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